Es ist soweit – von Reykjavik (der Vulkan ist immer noch nicht ausgebrochen) stechen wir in See Richtung Grönland. In 13 Tagen verlassen wir die beautiful Silverwind Kangerlussuaq wieder, falls wir nicht vorher sinken. Bis dahin ist sie unser Mobile Basecamp. Mit uns an Bord sind ca. 250 Passagiere.

Hier ist einer davon, verklärt, weil auf Schiff.

Doch erst noch ein paar abschließende Worte zu Island. Zum einen empfiehlt sich die Mitnahme des eigenen leichten und weichen Bademantels. Weil in den billigen Guesthouses mit Gemeinschaftsklo und Gemeinschaftskühlschrank will man sich ja nicht wieder total anziehen, wenn einen nachts der Hunger raustreibt. Und die Bademäntel in den besseren Hotels kratzen und wiegen 200 kg.
Zm andern haben wir gelernt, dass ein Lamm, dessen Mutter gestorben ist oder das zu viele Geschwister hat, eine Schafsmutter als Amme bekommt, dessen Lamm gestorben ist. Wenn sie es nicht akzeptiert, wird es einfach in das Fell ihres toten Lamms eingenäht. Hund san’s scho, die Isländer.
Auf der Silverwind stürzen wir uns auf die Geschenke wie die Mädels bei GNTM. Um sie verstauen zu können, haben wir für Island unsere derhautesten Unterhosen mitgenommen und jeden Tag eine weggeworfen. Auf dem Schiff gehen derhaute Unterhosen aber nicht.

Parka mit Innenjacke, Seesack, Trinkflasche und Rucksack. Für das Bulgari-Täschchen sind sie inzwischen scheints zu sparsam.

Unsere Kabine. Die heißen bei Silversea aber alle Suiten, klingt besser. Für Balkon waren wir zu geizig, wer sitzt auch schon bei 3 Grad und Windstärke 7 da draußen mit seinem Schampus. Der ist prima und wie alles hier rund um die Uhr erhältlich. Zur Belohnung für den Geiz haben wir die beste Armensuite auf dem Schiff erhalten, mit 2 statt 1 Fenster und 2 Fernsehern statt einem, und auf Deck 7 statt ganz unten. Das mit den Fenstern ist gut. Der Rest nun ja.


Es geht los, vorbei an der Fram von Hurtigruten und der Harpa, Reykjaviks schönem Opernhaus.

Es folgt der Mandatory Lifeboat Drill. Wir haben 2 Sorten Schwimmwesten, orangene zum Ertrinken bei Schiffbruch und schwere blaue für das vom Zodiac fallen.
Außerdem stellte sich unser persönlicher Butler vor bzw. diesmal eine Butlerin, die reizende Khai aus Myanmar, mit der nicht minder reizenden Maritess, ihrer Butlerassistentin. Die beiden sind ausschließlich und ohne Pause dazu da, uns mittels Telepathie jeden Wunsch zu erfüllen, bevor wir ihn haben. Praktischerweise besorgen sie aber auch Pillen gegen Seekrankheit und räumen herum. Derhaute Unterhosen gehen da halt nicht.
Tag 2 auf der Silverwind
Heute ist ein Seetag. Der ist nötig, weil wir die Denmark Strait überqueren müssen, wenn wir in Grönland ankommen wollen.
Die Chronicles erhalten wir jeden Tag, gedruckt, auf beiden Fernsehern und in der App. Man soll ja nichts verpassen.

Angeblich sind Seetage zum Entspannen da. Ein Märchen. Heute ist alles mandatory – Mandatory AECO and Zodiac Briefing, Polar Bear Awareness Briefing, Biosecurity and Boot Tagging, die ersten Enrichment Lectures und auch schon das erste tägliche Recap and Briefing with our fearless Expedition Leader Dave mit dem ganzen Expedition Team. Mit Häppchen.

Dave, our fearless leader

Das Expedition-Team. Mit der Grund, warum wir hier sind. Sie sind wirklich alle unglaublich toll, aus allen Teilen der Welt, begeistert von ihrer Arbeit als Glaziologen, Meeresbiologen, Geologen u.v.m., teilweise in spannenden Forschungsprojekten tätig, aber auch fit als Zodiac-Fahrer und Rifle-Handler (wegen dem 🐨)


Darüber wurden wir heute unter anderem gebildet:



Genug der megaspannenden Schiffsinfos. Morgen geht es ins erste Eis an der Südostküste:


Und hier geht’s weiter zu TAG 13
