Entlang der Westküste ging es immer weiter Richtung Norden. Das Meer war spiegelglatt und wir fuhren durch den Evighedsfjord, was Ewigkeitsfjord bedeutet, bis zum gleichnamigen Ewigkeitsgletscher und dümpelten dort bis zum Mittag herum.

Granit, Eis, Skuas und Kittiwakes. In nordischer Vogelkunde sind wir inzwischen unschlagbar.



Ich konnte stundenlang beim Rauf- und Runterlassen der Zodiacs zuschauen. Reinsetzen war aber noch besser.

Die Kajaker beim Vogelschauen. In den Felsen nisten Tausende. Außerdem nistet dort der Polarfuchs.

Irgendwo dort turnte er herum – wir haben ihn gesehen, mitsamt einem Lunchvogel im Maul. Er ist auf jeden Fall schwindelfrei.

Aline und das Eis. Es gibt Eis in allen möglichen Formen, Farben und Größen.

Zerklüftet

Schmutzig

Blau ….

und durchsichtig, hier auf dem Rückweg zur Beautiful Silverwind,

Tschüss Ewigkeitsfjord! Wir segeln weiter.

Und zwar nach Kangaamiut, einem kleinen Settlement mit 250 Einwohnern irgendwo im Nichts an der Westküste. Der Ort sollte eine sehr besondere Bedeutung für uns bekommen, doch davon ahnten wir erstmal noch nichts. Magic und so.

Da die Silverwind ein kleines Schiff ist, mit einer sehr überschaubaren Passagieranzahl, kann sie auch an solch abgelegenen Orten in kleinen Buchten ankern bzw. driften und mit den Zodiacs tendern.

Wenn das mal nicht megamalerisch ist!

Die Einwohner von Kangaamiut empfingen uns sehr freundlich. Sie flensten einen frisch gefangenen Seehund für uns, eine durchaus blutige Angelegenheit, und ließen uns die Leber probieren. Mit Fisch habe ich das an Bord der Nordnorge schon gemacht, war okay, aber das mit dem Seehund war gewöhnungsbedürftig. Ryan the bird nerd war da schmerzfreier. Nur den Mund hätte er sich danach vielleicht abwischen sollen.
Zum Seehund bekamen wir auch Kaffee und Kuchen im Versammlungshaus. Außerdem lud uns das Dorf zu einem Konzert in der Kirche ein. Steht auf dem Schild. Glaube ich jedenfalls.

Granit mit Permafrost ist hart. Deshalb stehen viele Häuser auf Stelzenkonstruktionen.

Wir besuchten natürlich auch das kleine Museum und die spirituelle Welt.

Und kletterten anschließend auf den Berg. Die inuitischen Kinder klettern überall rauf.

Es gibt tatsächlich auch Blümchen vor den Häusern. Häufiger allerdings Unmengen von Kinderwagen und Außenbordmotoren in allen Aggregatszuständen.

Die grönländischen Settlements liegen in der Regel an steilen Hängen. Die Häuser sind mit abenteuerlichen Treppenkonstruktionen erreichbar.

Da oben war es traumhaft schön.

Wir werden noch lange an diesen Ort denken.

Wieder unten gingen wir spazieren, um den Berg herum bis zur Müllkippe (mit noch mehr Kinderwagen und Außenbordmotoren) und später in die Kirche. Mit den drei Ladies erlebten wir ein zauberhaftes Konzert mit inuitischen Volksliedern. Grönländisch ist eine sehr schöne Sprache.

War ein ziemlich voller Tag heute. Zur Belohnung hatten uns unsere wundervollen Butlerinen Khai und Maritess unaufgefordert stärkende Snacks in die Kabine gestellt. Damit wir bis zum Dinner nicht vom Fleisch fallen.

Leider endete der Tag aber gar nicht schön, denn Maikes Handy war unauffindbar. Der Supergau schlechthin. Doch wir wissen ja – Grönland ist magic. Die ganze Geschichte demnächst!
Weil hier geht’s weiter zu TAG 18
