Tag 2 – der Ruf des Seehunds

Heute geht es richtig los, Lola scharrt schon mit den Hufen. Sie weiß ja auch noch nicht, was sie erwartet 😎 Unsere heutige 238 km lange Route sieht so aus:

Einen Großteil der eher unspektakulären Strecke kennen wir schon von der Umrundung Islands vor 2 Jahren. Erstmal muss aber Proviant besorgt werden. Bonusmärkte sind (für Island) günstig und man bekommt fast alles, was man zum Überleben braucht – Brot, Wheatabix, Milch, Sandwiches, Tütensuppen, Krabbensalat, Kekse und Lakritze. Nur keinen Alk – Bier gibt’s nur in den Vinbudins, wohl ein Relikt aus der Prohibitionszeit.

Die Straße vom Flughafen nach Reykjavik führt direkt an den derzeitigen Eruptionsgebieten vorbei, was den Isländer nicht weiter stört. Was rechts qualmt, ist das Thermalkraftwerk, daneben ist das Spaßbad Blaue Lagune, in dem sich massenhaft Touristen tummeln (und Unmengen von Kohle dalassen). Bei jedem der letzten Ausbrüche, die quasi direkt daneben stattfanden, wurden sie innerhalb von ein paar Minuten evakuiert, quasi im Bikini. Ich geh da nicht rein, derzeit zu gefährlich – bis zum 10. August bricht er ja auf jeden Fall wieder aus *fleh*. Links steigt noch etwas Rauch aus der letzten Eruptionsspalte auf, sieht man leider schlecht.

Nach kurzer Kaffeepause bei einer dieser wundervollen isländischen Tanken und unschönen Witterungsverhältnissen geht es weiter auf der Ringstraße bis zur Abzweigung nach Hvammstangi und der Vatsnes-Halbinsel. Unser Ziel sind eigentlich die etwas weiter südlich gelegenen Westfjorde, aber der Abstecher muss sein, aus gutem Grund:

In Hvammstangi erwartete uns unser nächstes Guesthouse.

Wunderschön am Fjord, mit großer Gemeinschaftslounge und Küche. Man muss halt Stockbetten mögen 😄

Übrigens ist es auf Island völlig unproblematisch (und erheblich günstiger), Zimmer mit Gemeinschaftsbad zu buchen. Alles da, sauber und im Zimmer ist in der Regel auch noch ein Waschbecken. (Was man allerdings auch mögen muss, ist der ständig präsente Schwefelgeruch im Leitungswasser und oft auch in der Luft. Als Hobby-Vulkanologin liebe ich das natürlich 🌋 ☠️😄)

Anfang August wird es erst gegen 23 Uhr richtig dunkel, was bei der Straßenbeschaffenheit abseits der Ringstraße und dem meist anspruchsvollen Sightseing-Pensum ein wahrer Segen ist. Bei Schnürlregen ging es über 30 km auf ungepflasterter Piste durch Matsch und Schlamm zu den Seehunden von Illugastadir – und es hat sich gelohnt 🥰

Nur leider nicht für Lola. Vorher:

… und nachher 😁

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