Fosshestar ist ein kleinerer Pferdehof bei Isafjördur und dort hatten wir für 14 Uhr einen Ausritt gebucht. 10 Uhr war schon ausgebucht, was sich als segensreich erwies, weil um 10 regnete es noch ordentlich. Im selbst für Island hypermodernen Isafjördur Inn konnten wir bis halb 12 bleiben. Auf Island gibt es übrigens selten so etwas wie eine Rezeption, man bekommt per Mail Codes, mit denen man die Tür oder eine Schlüsselbox öffnen kann. Praktisch bei später Ankunft – wenn man sich nicht zu blöd anstellt 😄


Isländischer Gartenzwerg.

Wir spazieren eine Weile durch Isafjördur, kauften Postkarten und versuchten, dabei nicht wie die Kreuzfahrer auszusehen, die den Ort im Regen bevölkerten. Waren wohl auch bisschen zu schmutzig dafür 😎
Dann wurden wir von Annika von Fosshestar abgeholt, die konvenienterweise aus Deutschland kommt und im Sommer vor dem Studium dort einige Monate arbeitet. Wäre früher mangels eigenem Pferd auch mein Traumjob gewesen! Sie machte es wirklich toll, erzählte eine Menge über die Islandpferde und weihte uns ins Tölten ein, die Gangart der Isländer. Ist wie Fliegen, wenn man sich dran gewöhnt hat. Wir sind beide früher viel geritten, aber vor allem bei mir ist es ca. 3000 Jahre her. Deshalb gingen wir es vorsichtig an, aber nach kurzer Zeit fühlten wir uns auf den Pferden wieder ganz zuhause 🥰😍🤩
Gestatten – Sleipnir und Olafia 🦄🦄 Die Pferde werden nur bis ca. 25. August geritten, danach machen sie 2 Monate woanders „Urlaub“ auf saftigen Fjordweiden, um dann ins Winterquartier zu gehen. Wir machten sie ordnungsgemäß bisschen sauber, kratzten Hufe aus, zäumten auf und ritten dann erst durch das Tal und später noch am Strand entlang.



Danach durften alle 10 Pferde raus, was sie trotz einsetzendem Regen sichtlich freute. Wir hatten wirklich Glück – während unseres Ausritts blieb es trocken. Es war wirklich schön, danke nochmal an Annika 😊!

Es war schon halb 5 und der abenteuerliche Teil des Tages lag noch vor uns, aber glücklicherweise wird es ja erst spät dunkel. Die heutige Route:

Hinter Isafjördur geht es in einen 6 km langen, grob in den Stein gehauenen Tunnel. Anfangs zweispurig, aber nach einer Abzweigung in einen Ort am Ende der Welt bleibt es einspurig. 4 km lang. Man muss ja alles mal gemacht haben 😁 In regelmäßigen Abständen gibt es mit einem M gekennzeichnete Ausweichbuchten, aber es geht da drin nicht zu wie auf der Autobahn, also kein Problem.

Nach der Überquerung einer kleinen Heidi dann ein Must See, der Dynjandi Wasserfall. Leider bei Nieselregen und immer stärkerem Wind, trotzdem sehr beeindruckend. Wir krabbelten nur das letzte Stück nicht mehr hoch, es war zu glitschig.


Hier endete dann auch die Teerstraße und es ging ca. 60 km über Gravel Road ins Hochland, mit teilweise spektakulärem Blick auf die Fjorde tief unten, mit Steigungen von im Schnitt 12 %. Es sind keine F-Straßen, d. h. man darf sie mit normalen Autos fahren, aber ich würde das niemandem raten, wir waren heilfroh über Lolas 4-Wheel-Drive. Auch auf Grund der besseren Bodenhaftung, zumal der Wind da oben wirklich ganz extrem pfiff, Camper sollten an dem Tag nicht hoch.

Der gemeine Isländer brettert da mit bis zu 80 km/h rüber, wir lassen es im Allgemeinen etwas ruhiger angehen, aber man gewöhnt sich schnell dran und mir macht das Fahren auf Island eh total Spaß 😍

So sieht es da oben aus – Lavafelder, Moose, Flechten und natürlich Schafe. Man darf übrigens nicht einfach anhalten, weil man wird totgefahren, weil das Auto, das jede Stunde hinter einem kommt, einen nicht sieht, oder man fällt runter. Manchmal tut man es aber doch. Wegen Foto.
Dann muss man aber das Autotür-Gesetz beachten, sprich man muss diese IMMER schließen. Sonst steht man nachat ohne da.




Ja und wieder runter kommt man dann immer irgendwie 😁 War sehr schön da oben, aber fahrtechnisch heute schon eine Herausforderung.

Ziel war der kleine Fischerort Bildudalur am Arnarsfjord, in dem es ganz besonders viele Seemonster geben soll.
Zu denen morgen mehr – erstmal begrüßten uns der junge Guesthouse-Inhaber, der selbst Fischer ist, seine Frau und sein Hund mit frisch zubereitetem Lachs mit Süßkartoffeln. Prima. Also für mich jedenfalls 😉

Superfjordblick wieder!

Shot of the day:

Und hier geht’s weiter zu TAG 7
Morgen wird es noch abenteuerlicher. Aber glücklicherweise wissen wir davon noch nichts 😁
