Die letzten Chronicles. 2308 nautische Meilen – das sind 4275 km, die wir mit der Beautiful Silverwind in arktischen Gewässern herumkreuzen durften. Ich könnte nicht sagen, wo es am schönsten war.

Der Abschied verlief unspektakulär. Tschüss Silverwind! In Kangerlussuaq warteten schon die nächsten Rotjacken, die auf Franklins Spuren Richtung Kanada segeln würden. Vielleicht irgendwann.


Die Polar Lodge am Flughafen in Kangerlussuaq (eigentlich ist da aber alles am Flughafen). Hier blieben wir noch eine Nacht bis zum Rückflug am nächsten Tag nach Copenhagen. Kangerlussuaq, bis heute amerikanische Airbase, war im August 24 der einzige internationale Flughafen Grönlands, mit Flügen nach Copenhagen und Reykjavik, inzwischen hat man ihn in die Hauptstadt Nuuk verlegt, was den Tourismus vermutlich weiter ankurbeln wird.

Kangerlussuaq ist ein merkwürdiger Ort – und mir sehr intensiv im Gedächtnis geblieben. Und nicht nur wegen der 3 Souvenirläden, wo wir noch einmal so richtig zuschlagen konnten 😉 Von hier fahren die meisten Touristen mit Geländebussen zum nicht weit entfernten Eisschelf, das den größten Teil Grönlands bedeckt. Noch. Wir machten das nicht, Eis hatten wir genug gesehen.
Der Ort besteht aus der Airbase und verstreuten Häusern. Und es gibt einen Bus, der kreuz und quer durch die Landschaft gondelt. Den nahmen wir und ich blamierte mich gleich, als ich den Fahrer fragte, wo das „Zentrum“ von Kangerlussuaq sei 😀

Kangerlussuaq in Grönland. Unsere Bus-Sightseeingfahrt in 2 Etappen war denn aber auch wieder ein bisschen magic. Der Busfahrer sammelte uns irgendwann nämlich irgendwo wieder ein, zusammen mit amerikanischen Kids, inuitischen Familien und gestrandeten Touristen. Er hieß Dennis und wir erfuhren, dass er aus Dänemark kommt und sich einfach auf eine Anzeige hin beworben hatte für diesen tatsächlich wichtigen Job am Ende der Welt.
Er fährt den ganzen Tag herum von morgens bis abends, mit kurzer Mittagspause, außer Samstag von 14 Uhr bis Sonntag Abend. Samstag geht er einkaufen im Supermarkt in Kangerlussuaq, trinkt eine Flasche Wein, geht früh ins Bett und schläft am Sonntag aus. Und am Montag geht es weiter. Dennis, du warst cool, ich hoffe, es geht dir gut!


Und hier ist es doch – das Zentrum von Kangerlussuaq 😀 Leider hatte das Museum zu.

Am Abend ging es mir mir dann leider dahie, wie der Bayer zu sagen pflegt. Ich bekam ungefähr 45 Grad Fieber und schaffte es nur mittels der Einnahme von tonnenweise Fiebersenkern zum Flughafen am nächsten Tag. Das Flugwegweiserschild ist Legende.

Und da war sie auch schon gelandet, die Tuqaq, ein topmoderner Airbus neo und das einzige große Passagierflugzeug Grönlands, das täglich von Kangerlussuaq bzw. jetzt Nuuk nach Copenhagen und wieder zurück fliegt

Das Ent- und Beladen dauert immer, also ging es nochmal in den Souvenirladen. Für ein Rentiergeweih war aber echt kein Platz mehr im Gepäck. Die Koffer hatten ohnehin 4 kg Übergewicht. Air Greenland war das wurst – die pappten ein Schild mit „heavy“ drauf und winkten uns durch 😀

Neben der großen Tuqaq eine Dash 8. Von den robusten Propellerflugzeugen besitzt Grönland eine ganze Flotte, die die Orte in Westen, Süden und Osten miteinander verbindet. Straßen gibt es ja keine. Allerdings klappt das nicht immer – viele Flüge sind verspätet oder fallen im Winter ganz aus wegen Nebel, Schneesturm oder sonstigem Dreckswetter.

Ich habe es irgendwie im Fieberwahn in den Flieger geschafft. Das Entertainment-Programm war umfangreich und es gab noch ein bisschen grönländische Mythologie, mit Shamanen, Trommeln und Spirits. Total schön! Danach dann aber The Meg. Auch schön 😀

Takeoff. Auf Wiedersehen Kalaallit Nunaat! Hoffentlich. Irgendwann.

Erstmal eine schöne Kurve …


Ein letzter Blick auf Dennis und seinen Bus

Und dann flogen wir Richtung Osten über das Ice Shield ….





Wieder zur Ostküste, hinaus auf das Meer

Es war ein unglaublich schöner Flug


Über Island, wo wir die Reise begonnen hatten …

Bis zur Landung in Copenhagen. In einer anderen Welt.

Und das war sie – unsere phantastische Reise zu Walen, Eisbergen, Geistern, hemingwayesken Busfahrern und (nicht ausbrechenden 😉 ) Vulkanen. Bis zum nächsten Mal!
