Höchst ereignisreicher Tag heute in Xi’an. Obligatorisch: die geführte Tour zur Terracotta-Armee, die etwas außerhalb liegt. Wie immer war es voll und der erste Regen in China lauwarm.

Rechts Amber, unser Guide. Sie fand meine junge Begleitung total toll. Ist sie ja auch 😉
Wir hatten eigentlich eine private Tour gebucht, es kamen aber noch 2 junge Männer aus Spanien mit und wir sollten uns zu dritt auf die Rückbank quetschen. Ich war nicht amused und guckte böse. Amber bekam wohl Angst um ihre Bewertung, es gab einen kleinen Refund und sie schenkte am Ende jedem von uns einen kiloschweren Betonmanngeneral. Na gut 😀

Erstmal bisschen Bildung. Das Volk der Qin gab China seinen Namen.

Emperor Qin Shihuang hatte nach der Thronbesteigung nichts Besseres zu tun, als sich sein eigenes, kilometergroßes Grab zu schaufeln. Das war die vorherrschende Meinung bisher, ein chinesischer Historiker nimmt allerdings an, die Anlage sei von der Herrscherin Xuan in Auftrag gegeben worden, die 55 vor Shihuang starb.
Hier sehen wir Pit 1 mit einem Teil der bisher ausgegrabenen Krieger.

Die ganze Anlage ist gigantisch.

Auf die Restauration wartende Krieger. Bisschen gruselig. Habe Zombiephobie.



Pit 3. Hier tummeln sich die Streitwagen.


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Es gibt noch riesige Bereiche, die auf die Ausbuddelung warten. Die ausgegrabenen Objekte werden katalogisiert, abtransportiert, gegebenenfalls restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Kein Gesicht gleicht dem anderen.

Nach dem Besuch der Pits kommt man ins Museum. Dort hätte man auch noch Tage verbringen können.

Hier sehen wir einen General

Und hier einen knieenden Armbrustschützen.


Mit der Grabanlage sollte dem Herrscher nach dem Ableben nicht nur das Heer, sondern sein kompletter Hofstaat zur Verfügung stehen.

Auch sein umfangreicher Privatzoo.

Das Mausoleum mit dem eigentlichen Grab befindet sich indes nicht in der Grabanlage, sondern einige hundert Meter entfernt – und es wurde bis heute nicht geöffnet. Es ist die Rede von Quecksilberflüssen und anderen ungesunden Indiana Jones-Fallen, nix Genaues weiß man nicht. Tatsache ist, dass in der Nähe des Grabes signifikant erhöhte Quecksilberwerte gemessen wurden.

Es folgte nach dem Erwerb einschlägiger Souvenirbetonmänner und -pferde ein ausschweifendes Mittagessen bei Einheimischen. Die beiden spanischen Buben mochte ich inzwischen auch.


Es kamen immer neue Gerichte und alle schmeckten hervorragend. In China muss man etwas übrig lassen, sonst denken sie, man sei nicht satt geworden. Das wäre sehr unhöflich.

Den Nachtisch gab es dann im Hotel zur Teestunde. Sensationelle Mochis!

Um am nächsten Tag mehr Freizeit zu haben, begaben wir uns noch am selben Abend zu Kaiserin Wu. Genauer gesagt zu „Große Tang-Dynastie-Nachtshow und Knödel-Essen Option“, so gebucht bei Get Your Guide. Wir hatten mit Knödel-Essen Option. Klar.
Theaterfoyer. In China werden praktisch überall prächtige Geschenkkartons mit (vermutlich) Süßigkeiten verkauft.

Irgendwie sieht der nicht aus wie Helmut Schmidt *grübel*

Das Knödel-Essen Option findet im Theaterraum vor der eigentlichen Vorstellung statt.


Die Dumplings schmeckten teilweise exotisch. Und es waren viele.


Anschließend begann die Tanzshow, die uns das vorbildliche Leben der Kaiserin Wu zur Zeit der Tang-Dynastie auf zugegeben spektakuläre Weise nahe brachte. Zwar war Wu eigentlich kein Mitglied der Tang-Dynastie, sondern stellte mit ihrer Herrschaft eine Unterbrechung derselben dar, und auch sonst nimmt man es mit den historischen Gegebenheiten nicht ganz so genau, aber da drücken wir mal ein Auge zu. Tanzende chinesische Männer sind durchaus sexy 😀 😎 Neben den Mädels kommt man sich ja eh wie ein Titanosaurus vor, daran hatten wir uns inzwischen schon gewöhnt. Hier paar Impressionen.





Hier Empress Wu in der Blüte-ihrer-Jahre-Version:




Ja okay. Normal mache ich sowas nicht 😎. Niemals 😀

Ziemlich erschlagen wankten wir die 2 km Richtung Hotel. Xi’an gab aber nochmal alles (wie auch am kommenden Tag), die Stadt ist sensationell.


Spielzeugladen mit riesigem Bell Tower in Lego


Xi’ans spektakuläre Stadtmauer. Zu der kommen wir morgen noch ausführlicher 😉




Hm.


Zurück in dem hübschen Kneipenviertel neben unserem Hotel. Es gibt eine Bärenbar …

.. eine Capybara-Bar …


… eine kleine Katze für unsere Importchinesin ..

… und endlich ein 🍺 für mich!

Er hatte offenbar auch einen schönen Abend. Ich hab ihm von den Capybaras erzählt.

War Hammertag. Hier geht’s bald weiter in Xi’an.
