11., 12. und 13. Hafen – Jamaica und zweimal Mexiko 🐟🦈🐬

11. Hafen – Kingston, Jamaica

Jamaica wurde im Oktober 2025 von Hurrican Melissa verwüstet und war als touristisches Ziel noch nicht wirklich gerüstet. Wir müssen trotzdem anlegen, da hier eine Route zu Ende geht und Gäste aus- bzw. eingeschifft werden müssen, und zwar am Ende der Welt – wir befinden uns auf der Halbinsel Port Royal vor Kingston im Süden der Insel.

Leider geht auch die Reise für eine der rumpunschtrinkenden Touristinnen zu Ende. Bei Buchung einer Weltreise dürfen eine bzw. zwei Wunschpersonen eine Zusatzkabine für eine Route kostenfrei buchen, welches sich „Einladung für die Liebsten“ nennt. (Flüge und Getränke müssen die Liebsten allerdings trotzdem bezahlen.) Das Kind hat mich von Gran Canaria bis Jamaica begleitet und wird jetzt leider Richtung Flughafen in Kingston abtransportiert, um mit dem Condor-Charter zurück in die Heimat zu fliegen. Tschüss Kind 😥

Port Royal war die legendär lasterhafte Piratenhochburg schlechthin, bis 1692 ein gigantisches Erdbeben große Teile der Stadt im Meer versinken ließ. Dann war Schluss mit der Lasterhaftigkeit, wobei die ganze Gegend um Kingston auch heute noch nicht zu den Ponyhöfen der Welt gehört. Wir waren angewiesen, nicht allein und unbeklunkert durch die Gegend zu laufen, ein Ansinnen, das uns bis zu unserer Pazifiküberquerung nicht mehr verlassen sollte.

Also erkundeten wir gehorsam zu zweit Port Royal. Womöglich auf Grund des Hurrikans war dort aber de facto nichts, außer Müll, verblichenen touristischen Erläuterungen und einem menschenleeren Strand der etwas anderen Art.

Immerhin gab es eine Art Bar und wir konnten die Condor für das Kind ordnungsgemäß einfliegen sehen.

Ein jamaicanisches Vogelhuhn gesellte sich noch zu uns.

Auf dem Rückweg Zwischenstopp im einzigen Hotel am Platz. Der Kontrast schlechthin zur Umgebung, mit Pool, einer ordentlichen Bar und Blick. Urlaub würde ich dort trotzdem nicht machen.

Zurück am Schiff dauerte es noch Stunden, bis endlich auch der ordnungsgemäße Start des Kindes verfolgt werden konnte. War wohl schlimmes Flughafenchaos. Nach Jamaica müssen wir jetzt erstmal nicht mehr.

Das Auslaufen gestaltete sich hingegen wie meist romantisch.

Tschüss Pilot

Anschließend Crewshow. Diese ist, im Gegensatz zur Gästeshow, in der Regel ein sehr schönes Event, speziell unter dem hier meist indonesischem Servicepersonal finden sich ungeahnte Gesangs- und Tanztalente. Aber manche finden sicher auch die Gästeshow toll. Möglich ist ja alles.

Die nächsten zwei Häfen liegen auf der Halbinsel Yukatan in Mexico. Dort befand sich das Zentrum der Maya-Zivilisation, weshalb man an jeder Ecke Ruinen und Tempelanlagen antrifft, die bekanntesten Chichen Itza, Uxmal und Tulum.

12. Hafen – Cozumel, Mexiko

Die Insel Cozumel bietet schönes Schnorcheln, Maya-Ambiente, Zahnärzte und Amerikaner. Da diese sehr zahlreich auftreten, gibt es gleich mehrere Cruise Terminals. Wir legen mit unserem Zwergenschiff in Puerta Maya an.

Ich hatte seit Tagen Zahnschmerzen, obwohl der schöne Hanno zuhause noch mein Gebiss abgecheckt hatte. Der gebuchte Schnorchelausflug musste deshalb wegen des anstehenden Zahnarzttermins am Nachmittag ausfallen, aber vormittags ging es noch zum Schnorcheln auf eigene Faust nach Chancanaab, eine Art Riesenbeachclub in der Nähe des Hafens. Sehr hübsch!

Der Tequila musste heute leider auch ausfallen

Netterweise wurde ich zum Zahnarzt begleitet, man geht ja nicht alle Tage in Yukatan zum Bohren.

Leider bohrte er nicht, sondern teilte mir mit, dass die Wurzel des Vierers oben links einen Riss habe und der Zahn raus müsse – vor allem, wenn ich in Kürze den Pazifik überqueren und über Wochen in unwegsamen Weltgegenden unterwegs sein werde. Ja danke auch. Da das Reißen etwas problematisch sein würde auf Grund der abgebrochenen Wurzel, musste ich da erstmal drüber nachdenken.

Das ging dann doch entschieden besser mit etwas Tequila im Kreuzfahrthafen Puerta Maya. Dort gibt es eigentlich alles, was man so braucht – Tequila, Schildis, Weihnachtsbäume und -krippen und Einkaufspassagen, durch die man zwangsweise geschleust wird, wenn man zu seinem Schiff will.

Es gibt Gerüchte, dass viele amerikanische Kreuzfahrtpassagiere das Schiff nur zu einem Besuch derselben verlassen, um nach dem Shoppen stante pede wieder an Bord zu gehen. Ganz von der Hand weisen würde ich das nicht.

Als wir zurückkamen, waren alle anderen Schiffe schon weg, fast bisschen unheimlich.

13. Hafen – Mahahual, Costa Maya/Mexico

Die Kleinstadt Mahahual liegt an der Costa Maya, einem Küstenabschnitt Yukatans. Vor dem ehemaligen Fischerdorf liegt das Mesoamerikanische Barriereriff , das uns noch viel Freude bereiten sollte – nach dem Great Barrier Reef ist es das zweitgrößte der Welt.

Schon am Morgen im Hafen trafen wir beeindruckende Flughühner an.

Die medizinische Abteilung des Schiffes hatte mir zugesichert, man werde 5 Tage später in Cartagena einen Zahnklinikbesuch zwecks Extraktion arrangieren, wie es auf Schiffen in der Regel gehandhabt wird, wenn ein Gast nicht im Bordhospital behandelt werden kann. In den Häfen vorher war Zahnreißen eher nicht ratsam bis lebensgefährlich, bis dahin mussten Wurzel und ich uns also arrangieren und gingen auf Ausflug: „Besuch der Maya-Stätte Chacchoben und Bootsfahrt auf der Lagune von Bacalar“. Der war denn auch sehr schön.

Die Fahrt nach Chacchoben führte an einem farbenfrohen Friedhof vorbei.

Das relativ große Ausgrabungsgebiet, mitten im Dschungel gelesen, ist noch lange nicht vollständig ausgebuddelt.

Erstmal gibt es jetzt aber sehr schöne urwaldige Bäume

Teilweise mit Affen drin (Suchbild)

Kein Krokodilsauge, sondern von unten nach oben durch einen hohlen Stamm fotographiert.

Natürlich gab es dann aber auch ordentliche Maya-Ruinen.

Eigentlich ist es inzwischen überall verboten, die endlosen Stufen hoch (und vor allem runter) zu steigen, weil es wohl zu teuer wurde, überall Rettungswagen zu deponieren (kein Scherz). Der Schein trügt da wirklich gewaltig – hoch geht es meist noch, aber beim Runtergehen kann einem schon der Arsch auf Grundeis gehen.

Mutige, gut genährte Touristin beim elfengleichen Erklimmen des Maya-Tempels

Zurück im Bus. Dort erwartete uns der freudig erregte Guide mit dem Verteilen großzügig bemessener Tequila-Portionen. Wir sollten uns schließlich nicht langweilen auf der Fahrt zur Lagune.

Mit einem etwas windigen Katamaran ging es in die Lagune von Bacalar, an dessen Ufern sich hübsche Leguane und anderes Getier (teils undefinierbar, aber ich seh ja immer nix) tummeln.

In dem riesigen, flachen Süßwassersee befinden sich Cenoten, Kalksteinhöhlen, die bisweilen einstürzen. Deshalb weist der See irre Blau- und Türkistöne auf und ist als Lagune der sieben Farben bekannt.

Wir durften drin herumpaddeln, wurden mit Ananas gefüttert und fühlten uns wie im Paradies.

Anschließend Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts und Rückfahrt zum Cruise Terminal

Auch dieser bot wieder einiges, ich hätte mich da gern noch länger niedergelassen, aber unsere Liegezeiten sind leider begrenzt.

Dafür gab es ein Nikolausgeschenk. In der Tüte waren Plätzchen, quasi zusätzlich zu denen, die wir eh schon den ganzen Tag in uns hineinstopften. Abgesehen von Wurzel sehr nett, dieser Nikolaustag!

und HIER geht’s (bald) weiter nach Belize 😍