
Handtuchtier hatte sich entschlossen, die nächsten 3 Monate bei mir zu bleiben und sich einen Platz bei den Weggefährten gesichert. Schiffsfreund Bernd war nicht amused. Hatte er doch vorher Handtuchtier besessen – allerdings nur kurz, dann war es wieder weg. Ja da konnte ich nun auch nix für.

Unser unglaublich belesener launiger Lektor Götz Wagemann, hier beim Vermitteln der costaricanischen Umrechnungskurse. Seine Vorträge sind legendär. Und er trägt immer vor. Wahrscheinlich noch im Schlaf (habe ich nicht überprüft).

Ich hatte bei Meine Landausflüge „Costa Ricas Tierwelt & Tortuguero Kanäle“ gebucht, aber das schöne Costa Rica gab sich erstmal nur nass. Der Zug fährt mitten durch Puerto Limon. Merkwürdig.

Im Dauerregen ging es eine ganze Weile bis zum Jaguar Rescue Center, eine Tierauffangstation, die sich der Rehabilitation von misshandelten, verletzten, verwaisten und/oder beschlagnahmten Tieren widmet. Gegründet wurde sie von einem italienisch-spanischen Biologenehepaar, die das Zentrum mit Hilfe von Freiwilligen aus der ganzen Welt betreiben. Es beherbergt zahlreiche einheimische Tiere und wird nicht von der Regierung finanziert, sondern ausschließlich durch die Unterstützung der Gemeinde, Spenden, Eintrittsgelder und Führungen. Eine solche, sehr interessante bekamen wir auch.

Ziel ist grundsätzlich, die Tiere wieder auszuwildern, aber das ist nicht bei allen möglich.





Blick auf ein nicht im Park ansässiges, sehr großes Flughuhn. Ich kann mir einfach keine Vogelnamen merken. Es war ein Geier. Glaube ich.


Schöner Papagei über einem Aguti.

Agutis sind in Mittel- und Südamerika beheimatete Nagetiere und sehen aus wie verunglückte Meerschweinchen, ganz zauberhaft.

Ich war auch mal eins. Bzw. wurde so genannt. Aber das war in einem Land vor unserer Zeit.

Die freiwilligen HelferInnen müssen ganzschön ran.

Und da waren sie endlich – Faultiere !!!

Faultiere hängen immer irgendwo rum. Dabei bewegen sie sich gelegentlich in Zeitlupengeschwindigkeit oder essen – langsam und konzentriert.

Irgendwie sehen sie auch immer ein bisschen verlotzt aus. Aber es kämmt sie halt auch keiner.



In den nächsten Tagen sollten uns aber noch einige in ihrem natürlichen Habitat begegnen.


In dem Tümpel war mit Sicherheit irgendein blutrünstiges Tier beheimatet, aber es zeigte sich nicht.

Der Zipfelmützenzwerg leistete natürlich einen Beitrag zum Erhalt des Centers durch den Kauf von Faultier-Merch.

Unser Minibus transportierte uns entlang der aufgewühlten costaricanischen Ostküstensee zurück nach Puerto Limon und zum zweiten Teil des Ausflugs.



Mit Stopp beim Obststand zwecks Erwerb illegalen Schiffsobstes.



Der beeindruckende Geselle empfing uns am Eingang zum Tortuguero-Nationalpark, eine einzigartige Kanal- und Lagunenlandschaft, die von dichtem Regenwald umgeben ist.

Er beherbergt zahlreiche Tierarten, die man am besten vom Wasser aus sehen kann (und auch nur, wenn ein Naturführer sie einem quasi auf dem Silbertablett serviert, weil man sie selber gar nicht finden würde).

Das Problem ist, dass man sie später meistens auch auf den Fotos nicht mehr findet. Aber Sumpf-Dschungellandschaft als solche ist ja schon auch sehr beeindruckend.

Manche aber dann doch.

Das zottlige Dings links unten ist auf jeden Fall mal ein Faultier.

Shot of the day. Schon eine ziemlich verzauberte Landschaft.



Man kann übrigens nicht nur auf dem Meer schiffbrüchig werden. Glücklicherweise waren wir als Abschleppdienst verfügbar.


Das antriebslose Boot (mit einigen unserer Passagiere vom Schiff drauf) erreichte sicher den Hafen.

Das hier hatte wohl nicht so viel Glück. Die Insassen wurden sicher des nächtens von den Millionen von Krokos gefressen, die diesen Urwald zweifellos bevölkern. Auch wenn wir keins gesehen haben.

Unsere Tour ging aber noch ein bisschen weiter.

Suchbild

Ein schönes Fauli!


Er wurde uns noch zum Abschluss präsentiert.

Zurück zu unserem Zwergenschiff und seinen großen Schwestern. Im Dschungel war es ruhiger.


Tschüss Costa Rica. Ich komme wieder, versprochen!

Die Vasco da Gama fährt übrigens unter portugiesischer Flagge – was eher eine Ausnahme ist, denn viele Kreuzfahrtschiffe laufen aus Kostengründen unter Flaggen wie Panama, den Bermudas, Bahamas oder Malta. Malta ist relativ beliebt, weil nur Schiffe unter dieser Flagge rechtskräftige Trauungen vornehmen dürfen, Veranstaltungen dieser Art auf anderen Schiffen sind deshalb letztlich Fake.
Ich durfte also auf unserer Vasco da Gama gar nicht heiraten – blöd aber auch! Auf der Mein Schiff schon – Tui Cruises fährt tatsächlich unter maltesischer Flagge. Bin trotzdem nicht umgestiegen.

Und HIER gehts weiter – nach Panama!
