Die nächste Siedlung, die wir anliefen, war Sisimiut. Das verlorene Handy verursachte mir immer noch Bauchschmerzen. Maike gab sich tapfer.
Sisimiut empfing uns mit Walwandmalereien und vielen hübschen bunten Häusern. Es gibt hier eine Hochschule für handwerkliche Berufe und deshalb viele junge Leute.





Unser Guide heute. Er hatte es ziemlich eilig. Und wenn man zu sehr zurückfiel, empfingen die Audiogeräte nichts mehr., was den Kreuzfahrtgästen missfiel. War ihm aber egal. Er scheuchte uns im Trab zum obligatorischen Museum (wir haben gekniffen), durch die Stadt am See vorbei zum Friedhof usw. …. glücklicherweise war dann aber noch genug Zeit für Shopping

An diesem See startet und endet jedes Jahr das Arctic Circle Race, ein Langlaufrennen. In ca. 3 Tagen werden 160 km zurückgelegt, bei -30 Grad oder kälter. Ziemlich harte Nummer.

Die Friedhöfe mit den vielen weißen Kreuzen findet man inzwischen in fast jeder Siedlung. Ob unter dem Kreuz tatsächlich ein Leichnam liegt, ist eine ganz andere Geschichte.

Unsere ersten Schlittenhunde, hier noch in der Sommerfrische. Im Winter müssen sie arbeiten. Es gibt sie so nur nördlich des Polarkreises, also nördlich des 66. Breitengrads, den wir vor einigen Kilometern überquert haben. Kommt ein Hund in den Süden Grönlands, sprich verlässt die Arktis (denn das ist sie strenggenommen erst nördlich des Polarkreises), darf er nie mehr zurück. So wie die Islandpferde, die nicht mehr auf die Insel dürfen, wenn sie sie einmal verlassen haben. Die Hunde sind keine Kuscheltiere und angekettet. Nur die Welpen dürfen frei rumlaufen und Blödsinn machen. Von ihnen haben wir später noch einige getroffen.


Sisimiut ist hübsch. Ich hätte dobleim sollen.

Das Hotel am Ort hatte für uns Snacks vorbereitet. Natürlich total landestypisch. Seehundsuppe ging gar nicht, riecht grauenhaft nach Lebertran.




Meine Auswahl. Ich hab nie besseren Fisch gegessen.

Die Souvenirläden in Grönland muss man suchen, aber in Sisimiut wurden wir fündig. Eigentlich wollten wir nur Mitbringsel. Aber bei den Bären aus Rentiergeweih konnten wir nicht widerstehen.

Tschüss malerisches Sisimiut!

Am Abend hatten wir auf dem Schiff besondere Gäste, die uns einen überraschenden und sehr schönen Einblick in die Musikszene Grönlands schenkten. In Grönland besteht immer schon großes Interesse an Musik, also zeitgenössischer., Balladen, Hardrock, whatever. (Ich hatte ja schon etwas Angst vor den obligatorischen Tempeltänzen für Touristen, aber davon konnte keine Rede sein.) Bei den Unabhängigkeitsbestrebungen in den 70-ern wurden viele politische, kritische Texte gesungen, und über die Jahre entstand eine sehr lebendige Musikszene. Nuunu ist ein gutes Beispiel. Der Typ, der sie auf der Gitarre begleitet, ist auch ein bekannter Schauspieler in Grönland und Island, hat z.B. in der 4. Staffel True Detective bei Jodie Foster mitgespielt.

Nuunu kommt übrigens aus Kangaamiut. Ihr wisst schon – da, wo das Handy verlorenging. Das gab mir zu denken. Wenn Nuunu da rauskam, sollte das Handy das doch vielleicht auch schaffen 😉

Sie spielten einige Stücke und ich war fasziniert. Grönländisch klingt gut! Und die Songs waren wunderschön. Irgendwie – magic halt. Muss ich noch viel mehr von hören!
Magisch wurde dann auch die Nacht. Wir schipperten durch die Disco Bucht – da, wo auch Franklins unselige Expedition startete und sich auch alle anderen Polarforscher vor uns herumgetrieben hatten. Da wollte ich schon immer hin! Die Fotos entstanden um 2 Uhr nachts. Dieses hier zeigt nach Westen, wo die Sonne traditionell untergeht.

Dieses nach Osten. Eigentlich sollte da nix Helles sein. Außer die Siedlung Aasiaat, die aber nicht so hell ist, dass sie die Wolken beleuchtet.

Ein bisschen Titanic-Feeling hatte es schon. Eisberge im Dunkeln wirken anders als bei Tag. Der Captain war auch megalangsam unterwegs. Es war ganz unwirklich. Total still. Traumhaft.

Noch einmal der Blick nach Osten zu den LIchtern, was auch immer sie waren. Dann mussten wir ins Bett. Vorher schrieb ich aber noch in eine Gruppe bei Facebook. Man weiß ja nie ….

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